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aus: General-Anzeiger Bonn. msa. Dienstag, 28.April 2009:

“Alles dort ist anders als hier: Das Wetter, die Gerüche und auch die Menschen. Das ist wie eine andere Welt”, fasst die 17-jährige Nicola van der Put ihre Reiseerfahrungen zusammen. Mit vier weiteren Mitschülerinnen der Jahrgangsstufe 12 des Friedrich-Ebert Gymnasiums und zwei Lehrerinnen ist sie im März für eine Woche nach Tirupur in Südindien gereist. Dort haben sie die Migros KIDS Matriculation School besucht.

“Ziel der Reise war es, erste persönliche Kontakte zwischen den Lehrern und Schülern beider Schulen herzustellen”, sagt Beate Schlömer-Chavet, die als Lehrerin mit nach Indien geflogen ist. Aus einem ersten Kennenlernen sei auf beiden Seiten sehr schnell die Gewissheit entstanden, in Zukunft eng zusammenarbeiten zu wollen. FEG-Schüler der Jahrgangsstufe 11 sollen die Möglichkeit bekommen, zwei- bis dreiwöchige Betriebspraktika an der indischen Schule zu absolvieren. Schlömer-Chavet: “Wir wollen die Schule zum Beispiel auch bei der Lehrerfortbildung unterstützen.” Angedacht sei deshalb unter anderem ein Lehreraustausch.
Auch persönlich war der Indienaufenthalt für die Teilnehmer der Reisegruppe eine große Bereicherung. “In Indien ist uns Armut begegnet, wie wir sie vorher noch nie gesehen haben”, sagt die Schülerin Talisa Vallenas Coronel. “Über Bilder und Filme ist das so überhaupt nicht begreifbar.” Beeindruckt hat auch die Einstellung der indischen Schüler. “Die gehen mit Begeisterung zur Schule und wollen unbedingt lernen. Das ist ihre einzige Chance, aus der Armut heraus zu kommen”, so Nicola. Die Bonner Schülerinnen sind sich einig: Durch die Reise haben sie gelernt, die Dinge, die sie hier haben, mehr zu schätzen.

Schülerinnen des Friedrich- Ebert Gymnasiums, Bonn (FEG).

 

„Eines Morgens hupte ein Schulbus vor dem Haus. »Beeilt Euch, sonst kommen wir zu spät zur Schule«. Zur Schule? Aber es war noch viel zu früh am Morgen um zu protestieren. Schlaftrunken stiegen wir ein.

Ab und zu standen Kinder in Uniform am Straßenrand. Der Chauffeur hielt an, sie stiegen lachend ein und es wurde langsam lustig im Bus. Die Kinder erzählten uns von heiligen Kühen, riesigen, chaotischen Städten und Rikschas.
Endlich hielt der Bus vor einem Gebäude. Ein Junge erklärte uns, dies sei die KIDS-Schule. Er zeigte uns voller Stolz den zur Schule gehörenden Sportplatz mit Kricketfeld sowie den Gemüsegarten, den die Kinder selber unterhalten. Alle Schülerinnen und Schüler tragen blaue Schuluniformen. So sind Kleiderprobleme und modische Rivalitäten von vornherein ausgeschlossen.
Als wir in das Klassenzimmer eintraten, wurden wir herzlich mit einem ‚good morning’ begrüßt“

(Bericht eines Gastes)